Obedience  
   
Ansprechpartner: Brigitte Baumgartner  
   
   

 

 

Diese Sportart, wie sollte es auch anders sein, stammt ursprünglich aus England. Obedience heißt ins Deutsche übersetzt "Unterordnung, Gehorsam". Gehorsam ist der Grundstock für jede Sportart mit dem Hund. Bei Team-Test, Begleithundeprüfung oder VPG Unterordnung wird ein Schema nach der Prüfungsordnung verlangt, bei bestimmt der Ringsteward den Ablauf bestimmter Übungen, hier vor allem bei der Fußarbeit.


unsere oberbayerische Meisterin und bayerische Vizemeisterin Klasse 1: Anita Vecchio mit Niki

Während bei der normalen Unterordnung nur Hörzeichen erlaubt sind, so werden bei Obedience Sicht und /oder Hörzeichen gestattet. Größter Wert wird auf Präzision gelegt, schon geringes Abweichen vom Fuß des Hundeführers wird mit Punktabzug bestraft.

Trotz alldem ist Obedience auch ein gezieltes Spiel mit dem Hund. Kadavergehorsam ist hier nicht gefragt. Nur ein freudiger Hund wird hohe Punktzahlen erzielen.
Höchste Motivierarbeit des Hundes und außerordentlicher Fleiß des Hundeführers sind Voraussetzung für die diese Sportart. Obedience ist seit März 2001 nun auch in Deutschland eine offizielle Hundesportart.

Abgesehen von den sehr anspruchsvollen Elementen wie der Distanzkontrolle und der Geruchsunterscheidung fällt die enorme Präzision ins Auge, mit der gearbeitet wird. Der Hund "klebt" am Bein des Hundeführers, hält konstanten Blickkontakt, was oft so aussieht, als "himmle" er seinen Menschen an.

Jede Bewegung des Hundeführers wird simultan vom Hund ausgeführt.
In Wendungen und Winkeln biegt sich der Hund so akkurat, dass er oft vorne noch auf der Stelle steht und nur das Hinterteil herumschwenkt. Egal welche Bewegung der Hundeführer auch macht, der Hund verlässt nie seinen Platz am linken Knie! Außerdem erfolgt die Ausbildung ohne Strafung des Hundes, es wird nur mit Lob und Belohnung gearbeitet. Bei den Wettbewerben ist es untersagt, den Hund zu strafen und der Umgang des Menschen mit seinem Vierbeiner wird bewertet.

Die Prüfungen werden in den Stufen Klasse 1, Klasse 2 und Klasse 3 durchgeführt. Der Ablauf in den Klassen 1 und 2 wird durch die VDH-Obedience Prüfungsordnung geregelt. Die Klasse 3 wird durch das FCI-Reglement vorgegeben und entspricht der FCI Internationale-Obedience- Klasse.

 

 

Die Grundelemente des Obedience

Die Grundstellung

Das A und O jeder Fußarbeit sowie Beginn und Ende einer jeden Übung im Obedience. Die Grundstellung sollte stets gerade neben dem Hundeführer erfolgen, die Schulter des Hundes sollte dabei das linke Bein des Hundeführers berühren, erwünscht ist der Blick des Hundes zum Hundeführer.

           
     

Das Platz in der Gruppe

Diese Übung zieht sich mit ansteigendem Schwierigkeitslevel durch alle Prüfungsstufen – angefangen bei den Beginnern bis hin zur obersten FCI-Klasse 3. Die Hunde werden mit einem Abstand von 3m nebeneinander abgelegt – in der Klasse 1 und bei den Beginnern stehen die Hundeführer in 20m Entfernung gegenüber ihren Hunden, ab Klasse 2 erfolgt die Ablage dann ohne Sichtkontakt zum Hundeführer. Während diese Übung bei den Beginnern nur 2 Minuten dauert, wird dies bei der Klasse 3 auf 4 Minuten gesteigert, ab Klasse 2 erfolgt zusätzlich eine Ablenkung durch eine vorbeigehende Person. Ziel der Übung ist, dass der Hund nach dem Kommando schnell in seine Platzposition begibt und diese auch während der ganzen Übung nicht mehr verändert.

     

Sitz in der Gruppe

Hier gilt Ähnliches wie zuvor beim Platz in der Gruppe. Diese Übung wird erstmals in der Klasse 1 verlangt und dauert dort 1 Minute. Ab Klasse 2 wird dies auf 2 Minuten gesteigert, in Klasse 3 erfolgt die Übung wieder ohne Sichtkontakt. Auch hier ist das Ziel, dass der Hund die eingenommene Position ruhig beibehält und nicht verändert.

     
           

Die Fussarbeit

Diese Übung zieht sich wie ein roter Faden durch alle Klassen des Obedience. Wird bei den Beginnern und in der Klasse 1 neben der Freifolge auch noch die Leinenführigkeit verlangt, entfällt diese ab der Klasse 2 vollständig. Dafür werden in diesen Klassen neben den Richtungswechseln und Kehrtwendungen nach beiden Seiten auch Geschwindigkeitsänderungen, ab Klasse 3 auch Seitwärts- und Rückwärtsgehen verlangt. Bei der optimalen Fußarbeit verlässt der Hund seine Position am linken Bein des Hundeführers so gut wie nie und hält permanenten Blickkontakt. Hier wird vom Hund ein extrem aufmerksames Arbeiten verlangt.

     

Apportieren

Ein Kernstück des Obedience ist auch das Apportieren. Darf in der Beginner-Klasse noch ein beliebiger Gegenstand für diese Übung verwendet werden, so werden die Bedingungen in den folgenden Klassen erhöht. Ab Klasse 1 muss der Gegenstand aus einem Material sein (Holz oder Plastik), ab Klasse 2 ist neben dem Holzapport über eine Hürde auch der Metallapport zu zeigen. Ab Klasse 3 erfolgt dann der Metallapport über die Hürde und der Richtungsapport (Holz).

     

Die Box (das Voraussenden)

In die Box – bestehend aus einem 3m x 3m großen Quadrat, das an den vier Ecken mit kleinen Pylonen abgesteckt ist – werden die Hunde vom Hundeführer bereits ab der Beginner-Klasse nach vorne geschickt. Das Schicken geschieht in 20m Abstand von der Box (Beginner 15m) aus der Grundstellung nach vorne – ab der Klasse 3 wird der Hund zu einem Kegel in 20m Abstand von der Box geschickt und dann erst dorthin. In der Beginner-Klasse und der Klasse 1 wird die Übung dadurch vereinfacht, dass dar Hund erst in der Box abgelegt und dann zum Sendepunkt abgerufen wird, In der Box darf die Leine liegenbleiben, so dass der Hund einen Orientierungspunkt hat. Ab der Klasse 2 entfallen alle diese Hilfen.
     

Distanzkontrolle

Ab der Klasse 1 ist diese Übung mit steigendem Schwierigkeitsgrad enthalten. Der Hund wird vom Hundeführer nach einer korrekten Grundstellung ins Platz geschickt, anschließend entfernt sich der Hundeführer (Klasse 1 ca. 10m, ab Klasse 2 ca. 15m). Der Hundeführer gibt nun auf Anweisung die Befehle Sitz – Platz – und Steh (ab der Klasse 2) – der Hund soll die Befehle zügig ausführen und seine Position dabei nicht verändern.

     

Sprung über die Hürde

Diese Übung wird in der Klasse 1 verlangt. Der Hundeführer steht mit seinem Hund in Grundstellung vor einer Hürde. Auf Anweisung springt der Hund frei hin und zurück. Die Übung endet wieder mit der Grundstellung.